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Schülerfirma, Juniorfirma, Miniunternehmen, Schülerunternehmen

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Schülerfirmen bzw. Juniorfirmen

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"Unser Chef geht in die 9b" - Schülerfirmen in ...
[Online-Version der gleichnamigen Print-Publikation der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung] [Druck-Version]

 
 
 
Spiel und Ernst
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  Dr. Matthias Rößler

In meiner Jugend lernte ich ein Spiel kennen, was man in der DDR nur heimlich spielen durfte, weil es das klassenfeindliche Spiel schlechthin war: "Monopoly". Bastelbegabte Familien bauten es sich nach einem irgendwie über die Mauer geratenen Vorbild nach, schließlich erschien als sozialistisches Gegenspiel "Chance oder Logik", mit geringer Resonanz übrigens.

Gefährlich an "Monopoly" war nach Meinung der sozialistischen Sittenwächter, daß man spielerisch mit den Grundzügen der Marktwirtschaft vertraut wurde, eventuell erleben konnte, daß sich damit Geld verdienen ließ und – Marx verhüte – vielleicht sogar Gefallen an der Marktwirtschaft fand.

Heute gibt es unzählige Strategiespiele, die die Marktgesetze zur Grundlage haben. So richtig es ist, gesellschaftliche Gesetze spielerisch zu lernen, so haben alle Spiele den Nachteil, daß man ohne Nachteile aufhören kann, alles falsch machen kann oder Mogeln unbestraft bleibt.

Die Schule hat Rollenspiele als pädagogische Methode schon lange entdeckt, aber letztendlich waren es immer Spiele. Der schlimmste Nachteil der entstehen konnte, waren schlechte Zensuren, die nicht unmittelbar aus dem Spiel folgten, sondern über die Beurteilung des Erfolges über den Lehrer. Und ein unmittelbarer Nutzen für die Spieler trat nicht ein, höchstens das Bewußtsein, etwas gelernt zu haben, das man eventuell irgendeinmal brauchen konnte.

Die hier geschilderten Projekte bilden eine neue pädagogische Qualität beim Erlernen der die Wirtschaft beherrschenden Gesetze.

Bei den vorgestellten Projekten können die Schüler am eigenen Leibe die Wirkung von Fehlern oder Mißmanagment erleben, wenn die Pausenversorgung nicht klappt, Reisegruppen auf Bahnhöfen stehen, weil ein Anschluß nicht funktioniert oder die Theaterzuschauer während der Vorstellung abwandern. Sie können aber auch die Freude erleben, wenn der Beifall der kritischen Schulkameraden die Theatervorstellung beendet, Mitschüler begeistert von einer gelungenen Reise berichten oder die Pausenversorgung schmeckt.

Durch die Arbeit mit den Widrigkeiten des Tages wird die Wichtigkeit des Zusammenhaltes der Gruppe, die Entfaltung persönlicher Initiative, die Beachtung der Bedürfnisse anderer und auch das Fertigwerden mit Mißerfolgen intensiver geübt als im vergleichsweise abstrakten Unterricht. Mit anderen Worten, Kameradschaft, Kreativität, Toleranz und Beständigkeit werden nicht nur geübt, sie werden erlebt und entwickelt.

Das Sächsische Staatsministerium für Kultus wird auch weiterhin ähnliche Projekte fördern. Es wird sie nicht vorschreiben, es wird falsche Ansätze nicht stützen, es wird aber dafür sorgen, daß bei einem Mißerfolg Initiative und Kreativität nicht bestraft werden, sondern ein verbesserter Neubeginn unterstützt wird.

Ich wünsche mir viele Schülerfirmen in Sachsen, die zeigen, daß die Findigkeit der älteren Sachsen sich auf die jungen Sachsen vererbt hat und sie befähigt, die heutzutage besseren Chancen in Schule und Gesellschaft zu nutzen.

 
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