Seite wird geladen ....

 


Schülerfirma, Juniorfirma, Miniunternehmen, Schülerunternehmen

bei uns dreht sich alles um das Thema:

Schülerfirmen bzw. Juniorfirmen

Hier findet ihr Tipps zu Gründung, Förderung, Literatur u.v.m.
auch wenn unser Provider wieder bummelt (sonst könntet ihr dies nicht lesen)

DAS WARTEN LOHNT SICH!!!


· Schulferien: Termine Deutschland · Sommerferien
(c) 1999 - 2002
home  |  mail
*neu 
Allgemein
   Einführung
   Schülerfirmen *
   Förderung
   Impressum
Up.to.date
   Neuigkeiten
   Tipps
   Termine
Interaktiv
   Marktplatz
   Forum *
   Gästebuch *
Stöbern
   Mediathek
   PresseArchiv *
   NewsArchiv

312966 Besucher
Google
     
 

Mail-to-Friend Service: Versenden...

 [verlassen
 
Versenden an (eMail):  
Dein Name:
Evtl. Kommentare:
 


Ausgewählter Text:
Gespräch mit Ralf Posselt, Geschäftsführer des Schülerreisebüro "Power-Tours" GmbH an der 6. Mittelschule Hoyerswerda


Gugisch: Ralf, wie wird man Geschäftsführer?


Ralf Posselt: Ich war von Anfang an dabei, noch ehe die Firma gegründet wurde. Ich habe zuerst in der Werbung gearbeitet und habe mich dort sehr engagiert, und als die Firma gegründet wurde, habe ich mich - mehr zum Spaß - für den Posten eines Geschäftsführers beworben. Es wurde abgestimmt, und ich war gewählt. Ich glaube sogar einstimmig.


Gugisch: Ihr seid drei Geschäftsführer: Sebastian Jawinski, Herr Jonack als Projektlehrer und du. Gibt es eine Arbeitsteilung zwischen euch drei?


Ralf Posselt: Eine Aufteilung nach Arbeitsgebieten gibt es nicht, nur eine Abstimmung über das, was zu tun ist.


Gugisch: Wie lang war die Vorbereitungszeit bis zur Gründung der Firma?


Ralf Posselt: Etwa ein halbes Jahr.


Gugisch: Was habt ihr in dieser Zeit gemacht?


Ralf Posselt: Zuerst haben wir überlegt, was wir machen wollen: Schülerreisebüro oder Kiosk, vielleicht Fahrradreparatur. Dann mußten wir Mitglieder suchen. Zuerst kamen sehr viele, von denen sind viele bald wieder gegangen, bis sich ein fester Stamm gebildet hat. Dann mußten wir entscheiden, welche Unternehmensform wir wollen, GmbH oder AG. Anschließend haben wir die Satzung erarbeitet und die Arbeitsverträge entworfen.


Gugisch: Woher habt ihr gewußt, wie man das macht? Das kann man ja nicht neu erfinden.


Ralf Posselt: Wir haben den Schülern gesagt: Bringt mal mit, was ihr findet; vielleicht einen Arbeitsvertrag von eurer Mutti oder Bücher, wo Arbeitsverträge oder Satzungen abgedruckt sind. - Das haben wir benutzt, und dann kam schon die Gründung.


Gugisch: In welche Klasse gehst du?


Ralf Posselt: In die 10. 10a.


Gugisch: Was machst du nach der Schule?


Ralf Posselt: Kaufmännische Richtung. Am liebsten Kaufmann im Einzelhandel.


Gugisch: Hast du schon eine Stelle?


Ralf Posselt: Leider nicht. In Hoyerswerda ist es schwer. Ich hab ungefähr zwanzig Bewerbungen geschrieben, davon stehen jetzt noch sechs offen. Das andere waren alles Absagen. Aber durch die ganzen Bewerbungsgespräche lernt man, daß man ein bißchen lügen muß.


Gugisch: Wieso?


Ralf Posselt: Also - ich will ja diesen Beruf erlernen. Aber man muß übertreiben. Daß man von Kindheit an nur diesen Wunsch hatte, und so.


Gugisch: Ihr bekommt doch ein Zertifikat über eure Mitarbeit bei "Power - Tours". Glaubst du, daß das bei der Bewerbung hilft? Kennst du jemand, dem es genützt hat?


Ralf Posselt: Die Zertifikate haben wir noch nicht bekommen, aber ich habe in meine Bewerbung geschrieben, daß ich bei einer Schülerfirma arbeite. Ich habe das ein bißchen erklärt, ich habe auch einen Zeitungsartikel über uns beigelegt und den Firmenprospekt. Ich glaube auch, daß das die Arbeitgeber beeindruckt hat.


Gugisch: Was hat dir bei der Arbeit für "Power - Tours" den meisten Spaß gemacht?


Ralf Posselt: Den meisten Spaß macht, daß wir ein gutes Team sind. Man trifft sich am Nachmittag, neue Freundschaften entstehen, und man wird auch in der Schule bekannter.


Gugisch: Hast du durch deine Arbeit auch die Schule besser kennengelernt?


Ralf Posselt: Unbedingt. Die Lehrer kennen uns. Sie grüßen zurück, wenn man sie grüßt. Man bekommt ein - Ansehen. Der Informatiklehrer fragt: Was habt ihr für einen Computer? Wie läuft's? Man kommt auch mit dem Direktor in Kontakt, weil er uns viel hilft. Ich weiß jetzt viel mehr über die Schule.


Gugisch: Wieviel Tage in der Woche beschäftigst du dich mit "Power - Tours"?


Ralf Posselt: Oh. Fünf Tage.


Gugisch: Also jeden Schultag. Kannst du abschätzen, wieviel Stunden das sind?


Ralf Posselt: 15 Stunden. 15 bis 20 Stunden.


Gugisch: Ist das so viel, daß es andere abschrecken kann?


Ralf Posselt: Das ist eine komplizierte Frage. Im ersten Moment schreckt es die anderen ab, weil ein Schülerreisebüro mit viel Arbeit verbunden ist. Sie sehen ja nicht, daß da Freundschaften entstehen und daß es Spaß macht. Deshalb müßte man sie allmählich heranführen, damit sie die Firma erst mal kennenlernen.


Gugisch: Ihr sucht Mitarbeiter?


Ralf Posselt: Ja. Die zehnten Klassen gehen jetzt raus; da brauchen wir jüngere Nachkommen.


Gugisch: Geschäftsführer ist eine Leitungsfunktion. Man muß sich nicht nur um Sachen, man muß sich auch um andere Menschen kümmern. Ist dir das schwergefallen?


Ralf Posselt: Im Anfang habe ich gedacht: Wenn ich es allein mache, weiß ich, daß es ordentlich gemacht wird. Inzwischen aber habe ich gelernt, daß man Aufgaben an andere verteilen muß. Die machen es genauso gut. Zum Beispiel der kleine René, also der ist in der 8. Klasse, der hat mich immer gefragt, ob er alleine eine Reise vorbereiten kann. Da haben wir zuerst eine Reise zusammen gemacht, und nun macht er es schon allein.


Gugisch: Hast du auch mit Gelddingen zu tun?


Ralf Posselt: Ich bin einer der Unterschriftsberechtigten auf unserem Konto, da muß ich mich um Überweisungen kümmern, Geld holen, Geld hinbringen - alles was dazugehört.


Gugisch: Gibt's auch Ärger? Wolltest du schon mal alles hinwerfen?


Ralf Posselt: Eigentlich noch nie. Es gibt wenig Ärger bei uns.


Gugisch: Was sagen deine Eltern zu der ganzen Sache.


Ralf Posselt: Die finden das ganz toll. Mein Vati hat geholfen, den Raum hier unten zu tapezieren. Meine Mutti hat gefragt: Kann ich euch helfen? Sie ist im Lohnsteuerhilfe-Verein. Und wenn ich nach Hause komme, werde ich gefragt: Wie war's heute? Was gibt es Neues?


Gugisch: Wenn du die Schule nun verläßt, ist das alles zu Ende. Dann kannst du nicht weitermachen.


Ralf Posselt: Weitermachen im bisherigen Sinne nicht. Aber vorbeischauen werde ich schon. Bestimmt.